How to Altersvorsorge – Wie geht das eigentlich?

Sparzielrechner

Ich sollte mich wirklich mal um meine Altersvorsorge kümmern – Wer bei dieser Aussage gerade innerlich genickt hat, aufgepasst! Hier wird die Altersvorsorge zur Chefsache erklärt.

Zugegeben: Altersvorsorge klingt natürlich furchtbar angestaubt, unfassbar spießig. Und es ist sicherlich kein Thema, mit dem man auf der nächsten Hausparty einen Flirt starten sollte. Oder hat einer von euch schonmal damit angegeben, dass er „voll den krassen Riester“ abgeschlossen hat? Wohl kaum. Falls doch: Schreib mir gerne, wie die Reaktion ausgefallen ist und ob ihr ein Paar geworden seid – Ich lerne immer gern noch dazu!

Nein, mal ernsthaft: Die Vorsorge fürs Alter zählt eher zu den unvermeidlichen Übeln, ähnlich wie eine Prophylaxe beim Zahnarzt. Ich behaupte mal, dass das vor allem damit zusammenhängt, dass wir insgeheim schlechte Nachrichten befürchten, sobald wir uns mit diesen Übeln auseinandersetzen. „Zwei-Sieben kariös“, beispielsweise. Oder eben: „Für deine Rente bist du echt spät dran. Du musst jetzt mindestens tausend EUR jeden Tag zur Seite legen, sonst wird das nichts mehr.“ Also das Thema lieber doch nochmal hintenanstellen, bevor uns die Antwort nicht gefällt?

Das ist ein bisschen wie die unschlagbare Strategie damals als Kleinkind, als man sich die Hände vors Gesicht gehalten und geglaubt hat, dass die Welt da draußen uns nicht mehr sieht. Für alle, die es noch nicht wussten: Leider funktioniert das so nicht. Sorry. Die Welt ist trotzdem noch da. Und wenn ich mir permanent die Augen zuhalte, wird es auf Dauer auch öde.

Und ich kann euch aus der Erfahrung heraus sagen: So schlimm ist das mit der Rente in der Regel auch gar nicht. Die meisten sind erstaunt, wie wenig monatlich tatsächlich nur nötig ist, um den Lebensstandard im Alter auch halten zu können.

 “Nein, mal ernsthaft: Die Vorsorge fürs Alter zählt eher zu den unvermeidlichen Übeln, ähnlich wie eine Prophylaxe beim Zahnarzt.”

Gehen wir es doch mal Schritt für Schritt durch – Wie kann ich mich ganz vorsichtig an dieses vermeintliche Schreckgespenst herantasten? Mein Tipp: Erstmal die Faktenlage checken. Das heißt: Wenn ich heute beschließen würde in Rente zu gehen, von jetzt auf gleich – Wieviel Geld müsste denn dann ab sofort monatlich magischerweise auf mein Konto kommen, damit meine aktuellen Ausgaben weiterhin gedeckt sind? Vielleicht ist die Antwort 2.000 EUR Rente.

Als nächstes muss ich mir darüber klar werden, dass unser Geld der Inflation ausgesetzt ist. Das heißt, dass ich mir über die nächsten Jahre immer weniger von 2.000 EUR kaufen könnte – die Miete steigt, die Lebensmittel werden teurer, Benzin auch, usw. Im Schnitt liegt die Inflation über einen längeren Zeitraum bei ca. 2% p.a. Ich brauche also jedes Jahr wahrscheinlich 2% mehr Rente, damit der heutige Lebensstandard auch in 35 Jahren nicht gefährdet ist. Abhängig davon, wie lange ich ab heute noch leben werde, bräuchte ich in 35 Jahren schon in etwa 4.000 EUR monatlich um mir das gleiche kaufen zu können wie heute von 2.000 EUR.

Wenn ich das konsequent bis zu meinem geschätzten biometrischen Austrittsalter durchspiele und dann die monatlich notwendigen Rentenzahlungen zusammenaddiere, erhalte ich einen Vermögenswert X. Dieses Vermögen sollte zum Renteneintritt (aktuell noch das 67. Lebensjahr) insgesamt zur Verfügung stehen, damit meine Rechnung aufgeht und ich mich bei meinem Lebensstandard auch in Zukunft nicht einschränken muss. Die Zahl, die hier unterm Strich herauskommt, wird wahrscheinlich eine Zahl mit vielen Nullen sein.

Die gute Nachricht ist: Wir müssen dieses Vermögen nicht alleine aufbauen. Wir leben zum Glück in einem Sozialstaat, in dem gesetzlich für unseren Ruhestand mit-vorgesorgt wird. Also, nächster Schritt: Den aktuellen Rentenbescheid rauskramen, den du von der Deutschen Rentenversicherung geschickt bekommen hast. Hier findest du eine Hochrechnung, was dir aus aktueller Sicht an Rente monatlich zur Verfügung stehen wird, sobald du in den Ruhestand gehst. Aber Achtung: Die ausgewiesene Rente ist brutto, d.h. sie muss noch versteuert werden und kommt nicht 1:1 auf unserem Konto an. Und: Sie ist nicht inflationsbereinigt. Deshalb findest du im letzten Absatz auf deinem Rentenbescheid auch den wichtigen Hinweis, dass jede/r Bürger/in von offizieller Seite auch dazu angehalten ist, sich zusätzlich noch privat um die eigene Altersvorsorge zu kümmern.

“So schlimm ist das mit der Rente in der Regel auch gar nicht. Die meisten sind erstaunt, wie wenig monatlich tatsächlich nur nötig ist, um den Lebensstandard im Alter auch halten zu können.”

Trotzdem, die gute Nachricht bleibt: Von unserem errechneten Vermögenswert X ist durch unsere gesetzliche Rentenversicherung ein Teil schon erfüllt. Damit schrumpft unser persönliches ToDo, in der Regel sogar signifikant. Was machen wir mit dem Rest? Ich verspreche euch: Jetzt wird es richtig interessant! Denn wie ich mir das noch notwendige Vermögen aufbauen will, das kann ich selbst entscheiden. Je nachdem, in welchem Bereich meine Interessen liegen, wie risikoaffin ich bin und wie viel Garantie ich mir wünsche, kann ich hier die unterschiedlichsten Ansätze verfolgen.

Angenommen, das ToDo beträgt jetzt noch 300.000 EUR bis zum Renteneintrittsalter 67. Dann könnte ich natürlich den „voll krassen Riester“ ins Rennen schicken. Mit dem kann ich beim Smalltalk vielleicht nicht punkten, aber dafür ggf. eine staatliche Unterstützung in Form von Steuerrückerstattungen und/oder Zulagen einsacken. Vielleicht sind auch eher flexible Rentenversicherungen mein Fall, bei denen ich auch schon vor meinem Ruhestand an mein Geld rankäme. In allen Versicherungsvarianten kann ich auch Produkte wählen, mit denen ich eine schicke Verzinsung erwirtschaften kann. Wem sich allein beim Gedanken an Versicherungen schon die Zehnägel aufrollen, der findet vielleicht die klassische Geldanlage in Fonds, ETFs oder Vermögensverwaltungen spannend. Wer glaubt, dass er mit einer solchen Anlage nicht ruhig schlafen könnte, dem könnte die Investition in eine Kapitalimmobilie gefallen, die eine regelmäßige Auszahlung in Form von Miete einbringt – Es gibt zum Glück ja unendlich viele Möglichkeiten, wie man sein Geld vermehren kann. Wichtig ist nur, dass Zukunfts-Ich zum Rentenbeginn die 300.000 EUR zusammen hat.

Perspektivisch gesprochen ist es sicher nicht verkehrt, sich mit allen Optionen zumindest auseinander zu setzen. Denn wer weiß schon, wie er oder sie in 35 Jahren mal drauf sein wird? Brauche ich dann größtmögliche Sicherheit oder ist mir die Flexibilität im Alter wichtiger? Die perfekte Lösung wird man sicher nicht allein in einem einzelnen Produkt finden. Auch hier lohnt es sich, genauso wie bei jeder anderen Art von Vermögensaufbau, breit über mehrere Varianten zu streuen. Wahrscheinlich läuft es also auf einen bunten Mix verschiedenster Produkte heraus, die alle ihre Vorzüge und Einschränkungen haben.

Viel wichtiger als die Frage, mit welchem Produkt ich am besten anfangen sollte, ist dass ich bereit bin anzufangen. Denn wie immer gilt: Zinseszins nutzen! Je früher ich vom Denken ins Handeln komme, desto schneller wird dieser Renditeturbo greifen. Welche Anlageform dafür am besten für jeden einzelnen geeignet ist, das kann euch dann der Profi beantworten.

Also, anstatt ein „Ich sollte mich mal wirklich um meine Altersvorsorge kümmern“ vor euch herzuschieben lieber frühzeitig anfangen, damit euer Zukunfts-Ich stolz auf euch sein kann! Augen auf und los geht’s!

Lust das Thema Finanzen abzuhaken?

Teilen:
Niko-Röhrle-Makler

Hi! Ich bin Niko – Gründer von mon(k)ey and peanuts. Wir sind Ende 2021 mit unserer jungen, digitalen Finanzbildungsplattform gestartet. Unser Ziel ist es euch mit frischem Wind auf das finanzielle Leben vorzubereiten, damit ihr selbstbestimmte Finanzentscheidungen treffen könnt – objektiv & unabhängig zu allen Finanzthemen rund um Altersvorsorge, Geldanlage, Versicherungen & Karriere.

Unsere neuesten Beiträge
Inhaltsverzeichnis

Ähnliche Themen

1 Kommentar zu „How to Altersvorsorge – Wie geht das eigentlich?“

  1. Cool, das hier abschließende 3-Schichten-Modell hat mir mein Vermögensberater auch neulich präsentiert!
    Besonders auch mit dem Hinweis, dass ein Arbeitgeber eigentlich immer einer bAV auf Wunsch des Arbeitnehmers entsprechen muss (zumindest nach gesetzlicher Höhe).

    Was ich ebenfalls nicht wusste ist, dass man bei vielen Dingen (z.B. Berufsunfähigkeitsversicherung) sogar langfristig profitieren kann, wenn man Student ist. Da bekommt man wohl deutlich bessere Konditionen für die Gundabsicherung!

    Das ganze Thema Altersvorsorge klang für mich auch immer dröge, aber wenn man das einmal so wie hier anschaulich & unterhaltsam erläutert bekommt, hat man sofort den Antrieb, sich darum zu kümmern. Ziel erreicht, würde ich sagen! 🙂

Kommentarfunktion geschlossen.

Wie können wir dir helfen?